Lohngleichheitsanalyse - Zahlen Sie Mitarbeiterinnen gleich viel Lohn wie Mitarbeitern?

20 Dezember 2019

Seit dem 1. Juli 1996 gilt das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GlG). Es soll die Durchsetzung des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit (Art. 8 Abs. 3 BV) erleichtern. Bis heute besteht aber ein unerklärter Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern. Weil freiwillige Massnahmen nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, beschloss der Bundesrat, die verfassungsrechtliche Lohngleichheit mit zusätzlichen staatlichen Massnahmen durchzusetzen. Das GlG wurde nun insofern angepasst, dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit 100 oder mehr Mitarbeitenden, in ihrem Unternehmen eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen und diese von einer externen Stelle überprüfen zu lassen haben. Das Ergebnis dieser Analyse muss den Mitarbeitern zugänglich gemacht werden.

Sanktionen bei Nichteinhaltung der Lohngleichheit sind im Gesetz nicht vorgesehen. Ist ein unerklärbarer systematischer Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern feststellbar, muss das Unternehmen lediglich mindestens im Vierjahresrhythmus eine weitere Analyse durchführen, bis kein unerklärbarer systematischer Lohnunterschied mehr vorhanden ist. Ein systematischer Lohnunterschied kann aber eine negative Wirkung bei Ausschreibungen entfalten.

Schon heute muss bei öffentlichen Ausschreibungen nach dem Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen ein Bericht über tatsächliche Feststellungen zur Orts- und Branchenüblichkeit der Arbeitsbedingungen sowie zur Lohngleichheit von Mann und Frau erstellt und beigelegt werden. Dieser Bericht ist aber lediglich für eine spezifische Ausschreibung ausgefertigt und muss bei einer anderen Ausschreibung erneut erstellt werden. Auch muss dieser Bericht nicht den Mitarbeitern zugänglich gemacht werden.

Die Überprüfung der Lohngleichheitsanalyse muss bis spätestens Ende Juni 2022 erstmals durchgeführt und die Arbeitnehmenden sowie die Aktionärinnen und Aktionäre bis spätestens Ende Juni 2023 über das Ergebnis der Lohngleichheitsanalyse informiert werden.

Als externe Stelle für die Prüfung der Lohngleichheitsanalyse kommen gemäss Art. 13d GlG nach dem Revisionsaufsichtsgesetz zugelassene Revisionsunternehmen und Organisationen/Gewerkschaften gemäss Art. 7 GlG sowie Arbeitnehmervertretungen gemäss Mitwirkungsgesetz in Frage. Die reoplan gruppe verfügt über mehrere nach dem Revisionsaufsichtsgesetz zugelassene Revisionsunternehmen.

Das Parlament hat die Geltungsdauer der Gesetzesbestimmungen allerdings auf zwölf Jahre beschränkt. Im Juli 2032 treten diese deshalb automatisch wieder ausser Kraft.

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